Was ist die OCT – und warum ist sie so präzise?
Die Optische Kohärenztomographie (OCT) ist ein bildgebendes Verfahren, das mit unsichtbarem Infrarotlicht arbeitet, um berührungsfreie Querschnittsaufnahmen der Netzhaut, der Makula und des Sehnervs zu erzeugen. Im Gegensatz zur konventionellen Fundusuntersuchung liefert die OCT keine Aufsicht auf den Augenhintergrund, sondern ein mikroskopisch genaues Schichtbild der Gewebestrukturen – mit einer Auflösung von wenigen Mikrometern.
In der Augenarztpraxis Dr. Ostovic in Ludwigshafen-Gartenstadt setzen wir das Spectralis 3D-OCT ein – ein Referenzgerät der Spitzenklasse, das von Heidelberg Engineering entwickelt wurde und in der internationalen ophthalmologischen Forschung als Goldstandard gilt. Die Untersuchung dauert wenige Minuten, ist vollkommen schmerzfrei und erfordert in der Regel keine Pupillenerweiterung mit Augentropfen.
Was zeigt die OCT-Schichtaufnahme?
Das Besondere an der OCT liegt in ihrer Fähigkeit, die einzelnen Netzhautschichten voneinander zu unterscheiden. Insgesamt besteht die Netzhaut aus zehn Schichten, von denen jede eine spezifische Funktion erfüllt. Veränderungen in einer dieser Schichten – sei es durch Flüssigkeitsansammlungen, Ablagerungen oder den Verlust von Nervenfasern – sind im OCT-Schichtbild präzise lokalisierbar.
| Struktur / Befund | Was die OCT erkennt | Klinische Relevanz |
|---|---|---|
| Makula (Sehzentrum) | Netzhautdicke, subretinale Flüssigkeit, Drusen, Pigmentepithel-Abhebungen | Makuladegeneration (AMD) Makulaödem |
| Sehnerv (Papilla) | Nervenfaserschicht-Dicke (RNFL), Exkavation, Papillenstruktur | Glaukom-Früherkennung & Verlaufskontrolle |
| Innere Netzhautschichten | Ganglienzellschicht, makuläres Ödem, Kapillarveränderungen | Diabetische Retinopathie Gefäßverschlüsse |
| Epiretinale Membran | Feine Gewebemembranen auf der Netzhautoberfläche, Zugwirkung auf Makula | Makulapucker, Verzerrtsehen (Metamorphopsie) |
| Makulaloch | Vollschichtiger oder partieller Defekt im Netzhautzentrum | Entscheidung über operative Versorgung |
| Verlaufskontrolle nach Laser | Geweberegeneration, Schichtenrekonstruktion nach SLT oder YAG | SLT-Glaukomtherapie YAG-Kapsulotomie |
Bei welchen Erkrankungen setze ich die OCT ein?
Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)
Die AMD ist die häufigste Ursache für schwere Sehverluste im Alter. Entscheidend ist dabei die Differenzierung zwischen trockener und feuchter AMD: Bei der feuchten Form lagern sich unter der Netzhaut krankhafte Blutgefäße ein, die Flüssigkeit oder Blut austragen. Diese subretinale Flüssigkeit – im OCT als charakteristische Hohlräume sichtbar – lässt sich im Frühstadium erkennen, lange bevor der Patient eine Verzerrung des Sehens bemerkt. Eine rechtzeitige Anti-VEGF-Behandlung kann den Sehverlust in vielen Fällen aufhalten oder sogar rückgängig machen.
Grüner Star (Glaukom)
Beim Glaukom sterben Sehnervenfasern zunehmend ab – ein Prozess, der lange Zeit symptomlos verläuft, da das Gehirn Ausfälle im Gesichtsfeld kompensiert. Die OCT misst die Dicke der retinalen Nervenfaserschicht (RNFL) und der Ganglienzellschicht mit hoher Reproduzierbarkeit. Selbst minimale Veränderungen über mehrere Messungen hinweg werden sichtbar und ermöglichen eine frühe Therapieentscheidung, bevor eine Gesichtsfeldmessung pathologisch ausfällt.
Diabetische Retinopathie & Makulaödem
Patienten mit Diabetes mellitus sind einem erhöhten Risiko für Netzhautschäden ausgesetzt. Ein diabetisches Makulaödem – die Einlagerung von Flüssigkeit ins Sehzentrum – ist im OCT eindeutig erkennbar und quantifizierbar. Die regelmäßige OCT-Kontrolle gehört deshalb für Diabetiker zur strukturierten Vorsorge und ist bei entsprechender Diagnose Teil der kassenärztlichen Regelversorgung.
Für wen ist eine OCT besonders empfehlenswert?
Eine OCT-Untersuchung empfehle ich insbesondere folgenden Patientengruppen:
- → Personen ab dem 50. Lebensjahr, unabhängig von Beschwerden
- → Patienten mit Diabetes mellitus (Typ 1 oder Typ 2)
- → Familiäre Vorbelastung durch Glaukom oder AMD
- → Starke Kurzsichtigkeit (Myopie über −5 Dioptrien)
- → Bekannter erhöhter Augeninnendruck oder Glaukomverdacht
- → Verzerrtsehen, Grauer Schleier oder neu aufgetretene zentrale Sehstörungen
- → Verlaufskontrollen nach SLT-Laserbehandlung oder YAG-Kapsulotomie
Wie läuft die OCT-Untersuchung in Ludwigshafen-Gartenstadt ab?
Die OCT ist eine der komfortabelsten Untersuchungen in unserer Praxis. Sie sitzen vor dem Gerät, schauen auf ein kleines Fixationskreuz und das System nimmt innerhalb von Sekunden hochauflösende Schichtbilder auf. Das Infrarotlicht ist für das Auge völlig ungefährlich. Augentropfen zur Erweiterung der Pupille sind in der Regel nicht erforderlich – ein klarer Vorteil, da Sie nach der Untersuchung sofort wieder Auto fahren können.
Die gewonnenen Aufnahmen vergleichen wir mit altersabhängigen Normwerten aus einer Datenbank und mit Ihren eigenen Vorbefunden. So lassen sich Veränderungen im Verlauf – selbst minimale Abweichungen über Monate hinweg – zuverlässig dokumentieren und interpretieren. Das Ergebnis bespreche ich mit Ihnen direkt im Anschluss anhand der Bilder am Bildschirm.
Häufige Fragen zur OCT-Untersuchung
Ist die OCT schmerzhaft oder mit einem Lichtblitz verbunden?
Nein. Die OCT ist vollkommen berührungslos und schmerzfrei. Das Gerät sendet unsichtbares Infrarotlicht aus – ohne Blitz, ohne Kontakt mit dem Auge. Viele Patienten empfinden die Untersuchung als angenehmer als eine herkömmliche Fundusaufnahme mit Blitzlicht.
Brauche ich Augentropfen zur Pupillenerweiterung?
In der Regel nicht. Moderne OCT-Geräte wie unser Spectralis können die Netzhaut auch bei nicht-erweiterter Pupille zuverlässig abbilden. Bei bestimmten Fragestellungen – etwa bei ausgeprägter Katarakt oder zur Beurteilung der peripheren Netzhaut – kann eine Pupillenerweiterung dennoch sinnvoll sein. Wir informieren Sie vorab, falls dies geplant ist.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die OCT?
Die OCT ist für gesetzlich Versicherte in der Regel eine Selbstzahlerleistung (IGeL). Ausnahmen gelten bei gesicherter Diagnose einer feuchten AMD oder eines diabetischen Makulaödems, wo die OCT als Verlaufskontrolle abrechenbar ist. Privatpatienten erhalten die OCT im Rahmen ihrer Tarife erstattet. Im Premium Augen-Check-Up ist die 3D-OCT standardmäßig enthalten.
Auf einen Blick: OCT-Untersuchung
- Berührungslose, schmerzfreie Schichtaufnahme von Makula, Netzhaut und Sehnerv mittels Infrarotlicht
- Auflösung im Mikrometerbereich – sichtbar sind alle 10 Netzhautschichten einzeln
- Goldstandard für Früherkennung von AMD, Glaukom, Diabetischer Retinopathie und Makulaödem
- In der Regel ohne Pupillenerweiterung – sofortige Fahrtauglichkeit nach der Untersuchung
- Wir verwenden das Spectralis 3D-OCT (Heidelberg Engineering) – Referenzgerät der ophthalmologischen Spitzendiagnostik
- Verlaufsvergleiche mit eigenen Vorbefunden und altersabhängigen Normwerten inklusive
- Befundbesprechung mit Dr. Ostovic direkt im Anschluss anhand der Bilder am Bildschirm
OCT-Termin in Ludwigshafen vereinbaren
Wenn Sie eine OCT-Untersuchung wünschen – sei es zur Vorsorge, zur Verlaufskontrolle einer bekannten Erkrankung oder weil Sie Veränderungen im Sehen bemerkt haben – vereinbaren Sie einen Termin in der Augenarztpraxis Dr. Ostovic in Ludwigshafen-Gartenstadt. Nutzen Sie dafür unser Kontaktformular oder informieren Sie sich über unseren Premium Augen-Check-Up, in dem die 3D-OCT standardmäßig enthalten ist.